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DAS PARADOX "Und in des Meisters Werk sollst du seinen Lehrer erkennen." Ein Wesen ist da, ein Paradoxon, ein Ewiger irdischen Leibes, ein zum Sterben geborener Gott, ein zeitloses Echo seiner Selbst. Einer, der existierte, noch vor allem anderen, einer, der erschaffen konnte, in Licht wie in Dunkelheit, einer, der dennoch nicht vom Wesen des Chaos ist: Morhlokëion, der Schöpfer, der Morlok und Demiurgon. So höret mich, die Hexe Kalimar, vergessende Sterbliche, wie ich von Ihm berichte, Zeitalter um Zeitalter, seit Er mich errettete aus einer sterbenden Welt, und vernehmt die Geschichte meines Herrn und Gottes! (hochblättern) | |
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MORLOK Am Anfang war der Demiurgon. Er allein war die Inspiration, der Gedanke und die Tat. Nur in Ihm existierte der Keim der Beständigkeit, der vermochte aus dem gestaltlosen Ozean des Möglichen, einer Wirklichkeit Substanz zu verleihen. Nur in Ihm glomm der Funke des Untergangs, das Bekannte und das Gefestigte niederzubrennen, um einem Neuen, Anderen Platz zu schaffen. Allein weil Er es vermochte, erhob der Demiurgon Seine Stimme und die Sphären erzitterten vom Hall Seiner Worte: "ES SEI!" Und wie Er sprach, da ward es. Aus der Allmacht Seines Geistes heraus erschuf und vernichtete der Demiurgon eine Welt neben der anderen. Zahllos wie die Sterne am Himmel waren Seine Werke - jedes ohne Gleich dem anderen, unterschiedlich einander wie Schneeflocken. Vergeblich muss der Versuch bleiben, die Schöpfergewalt meines Herrn mit Wort und Schrift einzufangen, sind es doch nur Abbilder sterblichen Denkens. So seien Euch jene Teile der Geschichte meines Gottes gegeben, die Euch Sterblichen Rorquals die wichtigsten sein dürften. Ohne Gleich schien die Macht meines Herrn, aber doch musste der Demiurgon erkennen, ohne Grenzen war sie nicht. Mag es sein, dass meines Herren Worte die Grenzen der Sphären zu etwas erschütterten, dass nie Teil der Existenz hätte werden dürfen. Mag es sein, dass das Chaos von Beginn an ein Gegensatz zum Demiurgon war. Niemand ausser dem Demiurgon mag wissen, wann und woher das Chaos kam - Unfassbar und ohne Antlitz oder echte Substanz. Machtvoll und zerstörerisch an jeder Form des Seins war dieses Chaos, als es dem Demiurgon offenbar wurde. Wie eine Motte vom Licht angezogen wird, so drängte es auf des Demiurgons Werke ein. Aufgestaut an den Grenzen der Welten tobte und dräute es, die Dämme und Gesetze niederzureissen, nach denen die Welten existierten. Wieder und wieder musste der Demiurgon erleben, wie Seine Werke zerissen wurden und im Chaos aufgingen, verloren jede Idee, die Er darin formulierte, in der Unfaßbarkeit. So hielt denn der Demiurgon inne in Seinem bisherigen Werk, ging hin und versuchte dem Chaos selbst Substanz zu geben, auf dass es fassbar werde. Das Chaos aber war mächtig und selbst die Kraft Morloks vermochte nicht, es gänzlich zu beherrschen. Doch wo des Schöpfers Funke das Chaos traf, da wurde ihm ein Antlitz gegeben. (hochblättern) | |
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NERA So erwachte durch des Demiurgons Wirken aus der Nichtgestalt des Chaos und war dennoch nicht des Morloks Schöpfung: Nera. Und wie ein geworfener Stein Wellen im Wasser schlägt, hatte das Werk Morloks Wellen im Chaotischen geschlagen und aus dem Schatten der Werdung Neras entstiegen den formlosen Fluten die Titanen. Sie wurden zum Geschenk Morloks an Nera und wie sich die beiden Eternenen ansahen und Ihre Einzigartigkeit erkannten, da wussten Sie, dass Sie zu Gefährten bestimmt waren. Der Demiurgon betrachtete die Welten, die dem Chaos bisher zu widerstehen vermocht hatten und versuchte zu ergründen, was diese Welten von denen unterschied, die Er an das Chaos verloren hatte. Mit Nera als Gegenüber sah der Morlok plötzlich Neues. Er blickte in die Augen der Unsterblichen und wie Er sich selbst sah darin, gespiegelt in einem brodelnden Chaosmeer, da schaute Er zum ersten Male das Angesicht Seiner eigenen Seele, erkannte die ewig widerstreitenden Prinzipien von Licht und Finsternis. So erkannte der Demiurgon: Das Geheimnis Seiner beständigen Schöpfungen war, dass sie sich geordnet hatten: Licht und Finsternis getrennt, hatten dem Chaos zu widerstehen vermocht. Morlok spürte die Kräfte beider Prinzipien in sich miteinander ringen, in Ihm waren sie vereint, Teil der unvorstellbaren Größe Seines Wesens. In den Welten jedoch, wo Licht und Finsternis sich nicht getrennt hatten, um einzeln, für sich, Teil eines lebendigen, widerstreitenden Werkes zu werden, war des Schöpfers Funke im Ansturm des Chaos erloschen und verloren. Nera stand hinter dem nachdenklichen Demiurgon und erinnerte sich mit einem heimlichen Lächeln all jener Welten, die versunken im formlosen Nichts. Geblieben waren nur die geordneten Welten, und eine Vielfalt boten sie, wie sie nicht in Gänze zu beschreiben in der Zeit, die Sterblichen zugedacht ist. Da waren jene, gehüllt in tiefstes Schwarz, finster bis ins Mark der verottenden Knochen ihrer Ursubstanz. Welten in denen die Finsternis scheinbar über das Licht obsiegt hatte. Da waren andere, die im Triumpf des Lichts über die Finsternis erstrahlten, wo die Kräfte des Lichts scheinbar die Mächte der Dunkelheit gebannt und auf immer zerschlagen hatten. Und da waren solche, auf denen der Widerstreit erst noch zu entbrennen drohte oder noch unentschieden tobte. Beide beobachteten gespannt das Schicksal dieser Schöpfungen, Äon um Äon. Doch wie Sie so standen und auf den Tanz der Welten schauten, da suchten den Morlok allmählich furchtbare Visionen heim, brandeten über Ihn wie die Wellen eines drohenden Unheils: Er sah Seine Gefährtin Nera erschlagen in Ihrem Blute liegen und Furcht ergriff Ihn um die, die Seine Einsamkeit geendet hatte. Nera jedoch wußte nicht um die inneren Schrecken des Morlok. Sie wollte, über die Äonen müßig des Wartens, inspiriert durch das Wesen des Schöpfers, zusammen mit Ihm ein Kind zeugen - die allumfassende, alles vereinende Gottheit. Die Visionen vom Tod Neras vor Augen schrak der Demiurgon jedoch zurück. Er wähnte ihren Tod im Kindbett und verweigerte Nera ihren Wunsch. Nera jedoch, unfähig die Visionen des Demiurgon zu teilen, ward auf das Tiefste gedemütigt und liess nicht ab. In Ihr tobte eine lange schlummernde Macht, eine Kraft die nicht vom Morlok geschaffen war und die sich durch Ihn keine Grenzen auferlegen lassen wollte. Sie bestürmte Ihn, begrängte Ihn und wollte nicht weichen von Ihrem Ziel. So sah sich der Demiurgon nunmehr Nera im Zorne erschlagen und dieser Art schuldig werden an Ihrem Tode. Verzweifelt beschloss Er, diesem Schicksal zu entfliehen, indem Er der Undeutbaren und Unbeherrschbaren mit dem entgegentrat, was Er als trotzend dem Chaos erkannt hatte. Aus sich selbst gab der Demiurgon dem Licht und der Finsternis ein Antlitz, ging in diesem, Seinem grössten und wundersamsten Schöpfungsakt auf und entschwand darin. (hochblättern) | |
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L'ARIN
UND ZATHUUR Sie, die sich Namen gaben, unermeßlich wie die Größe ihres Wesens, welche heute L'Arin und Zathuur geheißen werden, sollten die beiden grossen Alten des Lichts und der Finsternis sein. Und wiewohl der Demiurgon mit Seiner Macht zwei neue Götter erschuf, sollte sich erweisen, dass die beiden - erfüllt von reinstem Licht und absoluter Finsternis - an Macht nicht unter Ihrem Schöpfer standen. Nera, die Ihren Gefährten misste, hiess die beiden als des Demiurgons Erben willkommen. Erahnte Sie in L'Arin und Zathuur doch den Demiurgon, ohne Ihn jedoch jemals zur Gänze zu erblicken. Stets sah Sie in Ihnen nur eine Seite Seines Selbst, getrennt und ohne das Wissen um beiderlei. Zu dritt waren nun die Alten Götter, gingen gemeinsam hin und erschufen im Zentrum aller Magie, wo der Morlok Sie verlassen hatte, zum Angedenken die Welt Rorqual. In einem Akt lichter, wie dunkler Schöpfungskraft, gestärkt durch des Chaos unglaubliche Macht, entstand so die Erste Schöpfung L'Arins und Zathuurs. Und wie in des Meisters Werk ein Echo von des Meisters Lehrer gefangen bleibt, so sollte sich in Rorqual das Echo der Existenz des Demiurgon fangen. Durch des Schicksals Fügung, wenn das Geflecht der Welten selbst erbebt in seinen Grundfesten, sollte dieser Nachhall erstarken und sich manifestieren, um den Morlok wiederzugebären - mal ohnmächtig, mal voller entsetzlicher Macht - aber immer nur in der kläglichen Hülle sterblichen Fleisches gefangen. So kehrt der Morlok stets zurück, immer in vollem Bewusstsein jenes vollbringen zu müssen, was getan werden muss und dabei erneut aufzugehen in Seinem Werk. Äon um Äon ruft Er auch mich nun stets aufs Neue aus meiner Einsamkeit zurück in Seinen Dienst. (hochblättern) | |
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DANTUR L'Arin und Zathuur vermochten Nera den Verlust Ihres Gefährten nicht zu ersetzen, und sprachen Ihr, dass unmöglich war, was Sie begehrte. Unmögliches kannte Nera jedoch nicht, die den Demiurgon alles und jedes hatte erbauen und zerschlagen sehen. Noch immer träumte die Undeutbare Göttin Ihren Traum von der alles vereinenden Gottheit. Und während L'Arin und Zathuur Rorqual unter dem Schutz der Jüngeren zurückliessen, die Welt Shirasei zu erschaffen, entschied Nera letztlich sich selbst einen Sohn zu gebären. In Neras Wesen aber glomm kein Funke schöpferischer Kraft. Das Chaos ist und verschlingt, doch erschafft es nicht. Ohne die beiden anderen Alten, die Sie hätten hindern können, wider die Pflicht der mit der Bewahrung Rorquals beauftragten Jüngeren, stieg Nera, von Ihrer Sehnsucht getrieben, herab nach Rorqual, um von der Quelle der Magie zu trinken. Allein um einen winzigen Bruchteil der in Rorqual gewirkten Schöpfungskraft zu erlangen, brachte Nera den sprudelnden Überfluss der Quelle der Magie nahezu zum Versiegen. So beraubte die Urmutter des Chaostischen Rorqual eines Teils der eingeflossenen, schöpferischen Kraft, etwas über das sie selbst nicht verfügte, und verwandte diese, sich ihren Sohn zu erschaffen: Dantur. Außer sich waren die Alten, zürnend die Jüngeren, denn entweiht war nun das Werk, welches an den Demiurgon gemahnen sollte. Die Sphären erbebten in Ihrer Wut und selbst der Morlok sollte, als er über die Zeitalter wieder und wieder Leib und Lebensspanne erhielt, der Chaosseeligen dies nimmer verzeihen. Allein Dantur lächelte friedvoll ob all der Wut und sah hinauf zu Seiner Mutter. Und wie sich Nera beschützend zu Ihrem Kindlein herabbeugte, da stiess Er Ihr die Hand durch den Leib, badete sich in den Wogen Ihres ersterbend göttlichen Wesens und erwuchs daran. Des Schöpfer Vision ward letztlich
erfüllt, | |
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So sehet, Sterbliche, Morlok ist das Paradox, der in irdischer Hülle wiedergeborene Gott, der Demiurgon, der Licht und Finsternis zugleich ist, ohne sie zu Formlosigkeit vereinen und daran zu vergehen. Ihn zu betrachten, heisst für Euch, Ihn durch das Fenster Eures geengten Verstehens zu sehen! Unbegreiflich bleibt Sein Wesen Eurem sterblichen Glauben. Ihm zu folgen, heisst für Euch, Ihn durch eines und nur eines Seiner Kinder zu verehren! Unerwählbar bleibt Sein Wirken Eurem sterblichen Glauben. Ihr schuldet Ihm Respekt, dem Schöpfer an allem, das ist! Ihr werdet Ihn sehen als Vater und Henker, Bewahrer und Entleiber. Ihr seid, weil Er nicht ist, und werdet dies niemals ganz verstehen. Die Hexe Kalimar (1013) (hochblättern) | |
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SHIRASEI
Zathuur und L'Arin hatten Rorqual verlassen
und inmitten der Leere erschufen
sie gemeinsam eine weitere Welt aus dem Chaos - und sie gaben einer neuen
Kreatur
Leben, die die neue Welt bevölkern sollte - dem Menschen. Die
Menschen
nannten diese, ihre Welt SHIRASEI, und wie es ihrer Natur entsprach,
begannen
sie grosse Reiche zu errichten, welche friedlich nebeneinander
existierten.
Zathuur und L'Arin erfreuten sich der Huldigung der Sterblichen und der
von
ihnen errichteten Tempel und sie gaben den Menschen die Kraft, ihr
sterblich
Leben zu meistern. | |
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DIE CRAI Gestaltgeworden Finsternis
Die Crai sind Geschöpfe von
schrecklicher
Schönheit und erbarmungslosem Glanz. Es sind Kreaturen des Dunklen
Alten,
die mit ihren zwanzig Mannlängen reichend Schwingen seit Anbeginn der
Zeiten
immer wieder majestätisch schwebend auszogen, die Herzen aller jener
die guten
Glaubens sind zu verderben. | |
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DIE JÜNGEREN
Atara - Einstmals die Herrin der Ordnung, nun jedoch Herrin des
wutbrennend
Feuers und der Rache. Atara ist nach Athos die Streitbarste der
jüngeren Götter.
Ihre zahlreichen Orden ziehen den rechtschaffenden Zorn der Vergeltung dem
frommen
Gebet vor. | |
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DANTES MUTTERMORD
So geschah es, daß sich die
Jüngeren während des Krieges
der Alten um Shirasei in drei Gruppen schieden: Die Götter des
Lichts,
die Götter der Finsternis, die Götter der Uneinigkeit und Nera,
die
Mutter des Chaos. | |
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DIE STÄDTE DER ECHAN LAWANTYAR - Die Legende von Endhuriel - Und es gab aber eine Zeit, welche man heute noch das Äon der jungen Götter nennt, denn gerade erst entdeckten sie die Schönheiten der Welten, welche für sie bereitet waren. Jeder für sich ersann neue Wunder um seine Geschwister zu beeindrucken. Noch ward nicht genannt der Name des Einen, der geboren werden sollte, seine Mutter zu stürzen, noch ihr Weltensiegel nicht gewoben, den Vorhang zu schließen, welcher all jene wundersamen Orte zu trennen vermochte. Die Göttlichen wandelten über die Welt und formten die Schöpfung wie sie es für richtig hielten, ein jeder nach seinem Wunsch und Gefallen. Jene, welche zu ihnen aufsahen, waren die Sterblichen, und noch waren es wenige ihrer Art, doch schon voller Unterschiede. Niemand ahnte, dass eines Tages jene Alten Völker im Streite vergehen sollten und so errichteten sie Siedlungen und Reiche. Eine Sippe aber sollte bald schon wachsen und gedeihen, zu einem stolzen und hohen Volke reifen. Ihre Heimat hiessen sie Aglarebar, ein flaches und schönes Land voller saftiger Wiesen und taubenetzter Auen. Niemand vermag heute noch zu sagen, wo sich jene Alte Heimat befand, doch an den Stellen, an welchen sie die Wirklichkeit berührte und mit der Welt der roten Wasser verschmolz, wurde sie zu Teilen des grossen Kontinentes Gnor. Eine Königin hatten sie, eine gütige und gerechte Frau, wohlgeraten und ehrbar in den Augen aller, und sie regierte ihre Sippe in Frieden und Eintracht. Echanadh war ihr Name und ihre Sippe bald als die Echan Lawantyar bekannt. Langlebig waren sie und so wuchs ihre Zahl bis sie eine Stadt gründeten, in ihr zu leben und all die Schönheiten der Welt an einem Orte zu vereinen - Ladean, die Schneeweiße. In den hohen Künsten waren die Echan Lawantyar bewandert, erschufen Gemälde und Skulpturen unendlicher Schönheit und vermochten es, aus Ton Amphoren und auch farbige Kacheln zu brennen, mit welchen sie ihre Bauten schmückten. Sie formten Kristall und gaben dem Wahrsilber Gestalt in schönstem Geschmeide und ihre Kleider waren aus Seide und feinstem Tuch. Selbst grazile Paläste und Basiliken errichteten sie, Arkaden und Theater, Säulenhallen und geplasterte Foren, auf denen sie regen Handel trieben. Echanadhs Herrschaft aber währte viele Jahrhunderte und noch immer hatte sie keinen Gemahl erkoren. Da geschah es, dass Merl, der weise Gott der Magie, Ladean bereiste, gehüllt in die einfache Kleidung eines Wanderers, die Wunder der Stadt zu schauen. Vielerlei nahm sein Blick wahr, doch am Ende erblickte er das schönste Wunder von allen. Noch heute berichten Lieder von ihrer beider Begegnung und er schenkte Echanadh zwei Kinder - Aradwhaen, ein Mädchen, und Endhuriel, einen Knaben. Als sie beide aufwuchsen, wurde das Erbe ihres Vaters bald offenbar, denn schon in jungen Jahren zeigte sich ihre Begabung nicht nur für die Magie sondern beide besaßen ebenso die Gabe des Zweiten Gesichts, des Blickes in vieles was war, was ist und auch was noch zu sein vermag. Doch auch die feinen Züge ihrer Mutter hatten sie geerbt, ebenso die Liebe zum Land und zu den hohen Künsten und ihrem Volke. Grazil und anmutig waren beide und immer sah man sie zusammen, nie trennten sich ihre Wege. So vergingen die Zeitalter, doch den Echan Lawantyar war schon immer ein langes Leben zu eigen, und ihre Zahl wuchs weiter, so dass viele der ihren auswanderten, auch an anderen Orten prächtige Städte zu gründen. Manche waren ebenso wie Ladean errichtet in der Wirklichkeit, andere wandernd zwischen den Schleiern. Noch heute raunt man ihre Namen, obschon manche zerstört und zerfallen, andere verschollen und vergessen: Malville die Gewaltige, Merilecha die Hehre, Esalaith die Wandelnde, Orndhuria die Prächtige, Hoor die Fliegende, Lochalayr die Verschleierte, Thorgardh die Liebliche, Anuhim die Leuchtende, Panayr die Ausgedehnte und Oradyn die Hohe. Untereinander waren jene aber verbunden durch Pfade aus schillernder Magie, und so herrschte ein reger Austausch und Wandel zwischen ihnen. Die Sippe der Echan Lawantyar verbreitete sich so auch über ganz Rorqual und bald nannte man sie überall nur die Alben oder Elben, denn sie waren das schöne Volk. Äonen verstrichen und L'Arin und Zathuur verliessen Rorqual und erschufen Shirasei. Königin Echanadh aber wurde alt und ihre Zeit neigte sich dem Ende. Ihre beiden Kinder wurden zu einem stolzen Prinzenpaar, ein jeder auf seine Art besonders und doch nicht herrschsüchtig wie so viele der jüngeren Völker, denn sie liebten die ihren mit ganzem Herzen. Zu jener Zeit aber geschah es, dass Nera das Weltensiegel wob um die Verbindungen zwischen den Welten zu verschliessen. Mit beiläufiger Achtlosigkeit zerschnitt das Weltensiegel die magischen Pfade zwischen den Städten der Echan Lawantyar, war es doch von solcher Art, dass es selbst die Ewigen zu beschränken vermochte in ihrer Macht. Und so versiegte der Verkehr zwischen den Städten der Echan Lawantyar und Isolation ward vielen beschieden. Die Tore nach Aglarebar blieben verschlossen und eine jede Stadt ward gezwungen, eigene Könige zu bestimmen. Echanadh aber welkte vor Trauer dahin, denn getrennt war ihr Volk nun von ihr, und so starb sie mit dem Wind des Abends. Aradwhaen und Endhuriel studierten die Lehren Merls, doch kein Weg liess sich beschreiten, die alten Pfade wieder zu öffnen. Und ebenso wie sie, versuchten es die Könige der anderen Städte, ein jeder auf seine Weise, vergebens jedoch all ihre Mühen. Vielerlei Herz wurde verdüstert durch die Einsamkeit und ein Schatten legte sich über die Echan Lawantyar. Mephimkehke aber, die Königin Malvilles, verzweifelte schließlich, denn als eine der Sieben Sphärenwandlerinnen ward es seit Generationen ihre Aufgabe gewesen, die Tore zwischen den Städten aufrecht zu halten. Und so rief sie Mächte an, deren Kraft bisher noch keines Elben Magie geprüft hatte. In den Stunden tiefster Nacht versprach sie der dunklen Schwester Merls die Seele ihres erstgeborenen Sohnes Keret, wenn jene ihr helfe. Und Ilian half - der Zwist der Jüngeren hatte begonnen. Ihren Sohn Farlokuur höchstselbst sandte sie, Mephimkehkes Wunsch zu erfüllen, und er sprach zu ihr in dunkler Stunde. Jedem der Echan Lawantyar würde er helfen, neue Wege zu beschreiten, ihnen gar Sphären zeigen, die vorher unbekannt, sie alle wieder vereinen als ein Volk. Doch nicht allein ihres Sohnes Seele sei der Preis sondern all die Träume und Hoffnungen ihres Volkes. Mephimkehke flehte und Tränen rannen ihr über die Wangen, doch Farlokuur nahm sie nicht wahr. Und so ging sie schweren Herzens den Bund ein. Ilian aber nahm ihr den Sohn und verschlang seine Seele, bis jener nur noch leere trockene Hülle war. Doch als der Herrin der Nacht Blick auf Keret fiel, erwachte die Hülle zu gespenstischem Leben und seine nachtschwarzen Augen musterten seine Mutter. Da überkam Wahnsinn Mephimkekhe ob ihrer Tat und sie floh ihres Volkes. Nie wieder ward sie gesehen, ihr Sohn jedoch wurde Keret, der erste Fürst der Nekromori, der Schwarzen Schatten. Und Farlokuur lehrte die Elben Malvilles die Künste der schwarzen Magie und so ersannen sie andere Pfade zwischen den Welten, Pfade voller Schmerz und Leid, geöffnet mit dem Blute unschuldiger Opfer. Doch sie vergaßen, was es heißt zu träumen, vergaßen ihren Ursprung und letztlich vergaßen sie auch Aglarebar. Der Schatten kam über sie und sie nannten sich fortan nur noch Moreledh. Und sie traten vor Aradwhaen und Endhuriel in Ladean, auch ihnen das Angebot der Herrin der Nacht zu unterbreiten. Tränen waren in den Augen des Prinzenpaares als sie der Gesandschaft angesichtig wurden. Voll Grauen schauten sie die Moreledh und wiesen sie vor die Tore Ladeans. Da jedoch trat, bisher verborgen, zwischen ihnen Keret hervor und sprach: "Ehe zehn mal zehn Jahre vergangen sind, wird das Volk der Echan Lawantyar gefallen und zerstört sein, nur noch Geister die alten Mauern bewohnen. Dies spreche ich, Keret, Fürst der Schwarzen Mönche." Die Moreledh rüsteten sich zum Kriege und sie belagerten die Städte der Echan Lawantyar. Vergiftet wurden die Flüsse und Brunnen, verbrannt die Felder und jede Nacht sandten Keret und seine Nekromori schwärzeste Träume in die Herzen der Elben. Ihrer schwarzen Magie fiel Panayr zum Opfer und nach Jahren überrannten sie ebenso Anuhim, geschleift wurden die Mauern von Oradyn. Doch vor Ladean, der Schneeweißen, kam ihr Heer zum Halt. Aradwhaen und Endhuriel sahen sich in die Augen, und jeder nahm Abschied voneinander. Des Morgens sollte Aradwhaen die Garden Ladeans in die aussichtslose Schlacht auf den Ebenen vor der Stadt führen und beide sahen den Untergang voraus, denn klar lag die Zukunft vor ihnen wie ein Buch. Bevor jedoch die Sonne gänzlich unterging, öffnete Prinz Endhuriel heimlich die Tore der Stadt und ritt hinaus mit seinem Hofstaat. Niemand bemerkte sein Fehlen und auf den Feldern vor der Stadt kehrte sich sein Blick nach innen und er flehte zu seinem Vater: "Merl, Hochweiser Allvater, siehe, deiner Kinder Volk ist in Gefahr. Niemand vermag noch zu helfen, es sei denn du höchstselbst. So bitte ich dich, gib mir die Kraft, sie zu erretten vor der Verdammnis. Nimm, was dein, lass mich zum Schild werden, zu ewigem Trutzwall deinen Bedürftigen, und hilf!" Mit einem letzten Blick auf die Schneeweiße gerichtet, grub er die Füße tief in den Boden und seine Arme reckten sich empor, keinen Pfeil, keinen Speer hindurchzulassen gen Ladean. Und Endhuriel wuchs und seine Haut wurde hart und harzig, und sein Leib zu einem Stamm, fest wie Marmor. Noch immer wuchs Endhuriel und schon war er höher als die Mauern, dann gar höher als die Türme der Stadt. Seine Füsse aber wurden zu Wurzeln und gruben sich immer tiefer in die Erde und breiteten sich aus in alle Richtungen, bis sie sogar Macht aus der Quelle der Magie schöpfen konnten. Er bäumte sich auf in seinem Zorne und als der Morgen dämmerte, ward vom Heer der Moreledh nichts mehr zu erblicken. Endhuriel aber wurde zum ersten Allbaum, dem grössten aller Geschöpfe Merls und er wird seitdem der Vater aller Bäume geheissen. Sein Hofstaat aber bedeckte das weite Land vor der Stadt, und sie wurden zu Bäumen und Baumhütern, Ents und Dryaden, Zaubereichen und Rieseneschen und seitdem schlingt sich um Ladean ein dichter Wald, undurchdringlich für jeden der ihn bösen Willens betritt. Als Aradwhaen am Morgen den Wald erblickte, perlten von ihren Wangen Tränen ebenso wie der Tau von den Blättern hinab. Niemals wieder würde sie ihren verlorenen Bruder sehen, niemals wieder ihn umarmen und gemeinsam ihre Träume leben können. Sie schritt hinaus und so gelangte sie auf die Lichtung, wo der Allbaum sich zum Himmel erhob. Sie lehnte sich an seinen Stamm und fast ein ganzes Jahr blieb sie bei ihm. Als aber der Winter nahte, und die Blätter zu Boden sanken, da erinnerte sie sich ihres Volkes. Endhuriel neigte langsam sein Haupt hinab zu ihr und ein Wispern ging durch den Wald: "Schwester Aradwhaen, Ladean ist nun sicher. Doch noch stehen die Armeen der Schwarzhäutigen vor anderen Festen der Echan Lawantyar. Gelange zu ihnen und gib ihnen Hoffnung, gib ihnen, was sie sich selbst verwehren, gib ihnen meine Kraft. Ich vermag dich nicht mehr zu begleiten, doch aus dem Mark meines Seins gebe ich dir Edariel, den Weltenstab." Und wie von einem Windhauch gebrochen, fiel ein starker Ast herab. Aradwhaen schaute lange hinauf, aber endlich ergriff sie ihn, richtete sich auf und verließ Ladean. Endhuriel aber fiel in tiefen Schlaf, und es wird gesagt, er erwache erst wieder, wenn größte Gefahr den Kinder Merls dräue. So begab sich Aradhwaen, die letzte aus dem Herrschergeschlecht Echanadhs, nach Lochalayr und dorten stieß sie den Stab Edariel in die Erde. Stille ward auf einmal und nur ein leichtes Knistern hörbar, als aus dem Stabe zuerst vereinzelt und klein, dann immer dicker werdend, Wurzeln sprossen und sich den Weg in die Tiefe suchten. Und durch die Verbindung mit Endhuriel, mit dem Wasser der Quelle der Magie erquickt, wuchsen überall um ihn herum neue Schößlinge aus der Erde. Unnatürlich schnell schossen sie in die Höhe und im Laufe eines Tages ward auch Lochalayr umgeben von einem Wall aus magischem Holze. So dicht war die Magie des Waldes, dass man noch immer von Lochalayr, der Verborgenen, redet, denn niemand weiss noch, wo sie sich befinden soll in den heiligen Wäldern von Lochalsh. Aradwhaen aber nahm Edariel und zog weiter gen Thorgardh, Orndhuria und Merilecha. Überall wo sie den Stab in die Erde stieß, schenkte dieser den hochelbischen Orten Schutz und Hoffnung, indem er ihnen vom Waldvater Merl und seinem Sohne Endhuriel kündete und sie mit einem dichten, magiedurchwirkten Walde umgab. Gewappnet waren die Echan Lawantyar gegen die schwarze Magie der Moreledh, ihrem Makelgift und auch den Traumräubern der Nekromori. Schließlich betrat Aradwhaen auch Esalaith, die Wandelnde. Hier ward Agrarebar noch greifbar und die Stadt wanderte mit ihr durch die Welten und Sphären. Und so gelangte Aradwhaen mit dem Weltenstabe auch in die Vergessene Welt. An diesem Orte, im Reiche Cairii, verband sich Esalaith wieder mit der Wirklichkeit. Aradwhaen suchte, auch sie zu schützen und grub Edariel tief in die Erde. Wurzeln sprossen und suchten ihre Macht zu wirken. Tief und tiefer gruben sie sich, tastend hinab bis ein Zittern den Stab durchlief. Denn zu ebenjenem Zeitpunkt geschah es, dass Esalaith wieder die Verbindung zur Wirklichkeit verlor, die Vergessene Welt verließ. Aradwhaen aber musste den Stab zurücklassen, denn gebunden war sie an den Wechsel Esalaiths, hinderte doch Neras Weltensiegel, dass sie an diesem Orte verweilte. So wurde Edariel, der Weltenstab, verloren und die Echan Lawantyar, welche nicht geschützt waren durch seine Kraft, vergaßen den Zauber der Wälder und den Herrn der Haine. Ihre Siedlungen und Heime fristeten ein äonenlanges Schattendasein und wurden letztlich in den Rassenkriegen Malechs zu Staub im Sande der Geschichte zerrieben. Jene aber, deren Lebenskraft bewahrt wurde durch das Opfer Endhuriels, wurden zu einem Volk, welches hernach als die Waldelben bekannt ward. Aradwhaen kehrte nach zehn mal zehn Jahren endlich zurück nach Ladean und obschon sie voll Trauer war, lehrte sie ihr Volk die Gebote des Waldvaters und wurde die erste Seiner Priesterinnen. Doch blieben ihr die Fäden der Zeit nicht verborgen und mit dem Zweiten Gesicht schaute sie hinter die Vorhänge der Zukunft und sie sah, dass einstens wieder Tore geöffnet würden durch die Welten und ein Lächeln umspielte ihre von den Weltenaltern runzligen Augen. Aus den Annalen des Naer Hethirus,Primas im Orakel des Nebels zu Ashakyan (hochblättern) | |
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VOM ZWISTE DER JÜNGEREN Die Legende des Verderbten
Und es begab sich, dass der Verderbte die
heilige
Stadt Reas heimsuchte mit einer Heerschar von Ratten. Eben noch hatten die
Jüngeren gemeinsam getilgt der Nera frevlerischen Sohn vom Antlitze
der Welt, nun wandte der Verderbte sich gegen des Lebens Mutter. Er wollte
der Rea Mündel lehren die Furcht vor seiner selbst, denn so gefiel es
ihm. Legion war die Zahl seiner gierigen Diener und unsagbar die Not, die
sie über die Bewohner der Stadt zu bringen drohten. Was sie nicht
fraßen von den eingebrachten Gaben der gnädigen Göttin in
ihrem unstillbaren Hunger, dass vergifteten sie durch ihre Anwesenheit. | |
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DIE LEGENDE VON HOVECAN
Es geschah zu einer anderen Zeit, an einem
anderen Ort, daß die 2. Prophezeiung
weiter ihren Lauf nahm. Ein Schar von Recken machte sich auf in das
sagenhafte
Land Hovecan, zu erbeuten große Schätze. Hovecan, Land des
Reichtums, Land der Dekadenz, Land der Drachen, Land Lejlas. | |
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DIE LEGENDE VON ASCAN, DEM WILDEN - Die Geschichte einer Initiation -
Es geschah, als sich Ascans Eltern auf einer
langen und schwierigen Reise
befanden. Sie befanden sich in einem sehr einsamen Gebiet, fern jeder
menschlichen Ansiedlung. Das Gelände war rauh und ein harter Winter
kündigte sein Kommen mit eisigen Windstößen an. Schon seit
Tagen wurde das Paar von einem Rudel hungriger Wölfe verfolgt. Die
Nächte waren erfüllt von ihrem grausigen Geheul, und in den
Schatten
regte sich noch weit schlimmere Geschöpfe. | |
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DIE LEGENDE DER RASSENKRIEGE Der Sturz Malech des Mächtigen und der Untergang Imperials
Zu den Zeiten, als die Küsten noch andere
Linien
zeichneten und die Gestirne fremde Bilder, geschah es jedoch, daß ein
Sterblicher das Feuer der Rassenkriege entfachte: Malech, dem die Geschichte
den
Beinamen "Der Mächtige" ob seiner Taten und Untaten verleihen sollte.
Malech,
der in Höhen aufstieg, wie sie kaum ein zweites Mal ein Sterblicher
zu erklimmen suchte. Malech, der ebenso tief stürzte, in seinem Fall
ganze Völker mit sich riß und den Lauf der Welt für immer
veränderte. | |
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DIE LEGENDE VON AHZ' GOR
Es geschah zu der Zeit, da die alten
Rassenkriege Rorquals Boden mit Blut
tränkten, daß die Legionen des Eisreiches Tikunador in der
Senke
von Ahe auf die Armee des Chaos-Magiers Ahz'Gor trafen. | |
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DER BETROGENE
Es geschah zu einer anderen Zeit, an einem
anderen Ort, daß die zwei
Prophezeiungen gesprochen worden. In beiden Prophezeiungen stand
geschrieben,
daß es der Betrogene sein würde, der einst furchtbares
Unheil
über die Welt bringen würde. | |
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DIE LEGENDE VON ANWAESTEL
Siehe, der Zeiten Strömung wogt
beständig
auf und ab, bringt dabei vermeintlich neues und wischt dabei doch nur die
Spuren
vergangener Irrungen aus dem Gedächtnis der Sterblichen. Was so
erscheint als
neuer Fehler ist doch nur ein Echo, eine erneute Welle des alten, eine
Wiederholung
wie viele andere zuvor. | |
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VALERON Die Saga des Helden aus Andelorn
Viele Sterbliche Rorquals schreiben Geschichte,
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welche im Mond des Panthers des Jahres 10 auftauchten
(hochblättern) | |
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VOM TOD DES MORLOK Der Heerzug nach Hovecan und des Dantes Wandel
Die Kinder saßen um den alten Mann am
Feuer
und hörten ihm genau zu. Greis schien der Alte und recht
lächerlich
hatte er auf seinem Esel ausgesehen, die älteren Kinder hatten ihre
Späße mit ihm gemacht. Doch als er am Feuer schließlich
in
kalter dunkler Nacht von längst vergangen Zeiten zu erzählen
begann,
war es als ob jene Zeiten wiedererstünden. Schließlich
saß das
halbe Dorf in des Alten Hörweite und lauschte seiner brüchigen
Stimme. | |
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ZIONS BRAND Der Atara Abkehr vom Lichte Im Jahre 1013 nach Imperials Fall aber geschah es, dass sich Schatten über die Mauern Zions legten, jener Stadt, die Atara so heilig. Die erste der ewigen Städte sollte sie sein, die zurückkehrten aus der Vergessenen Welt, wohin der Ratsschluß der Götter sie verbannt hatte nach sterblich Frevel. In Alt-Zion jedoch verblieb jenes Horn der Welten, welches Thorin der Ältere verlor wider Malech, versteckt geglaubt vor den Augen der Welt. Ilian wusste darum und wob Intrigen, jenes Artefakt zu erlangen aus den tiefen Gewölben der Stadt. Ablenkend den Gott des Krieges, Athos, durch ihres Sohnes Farlokuur und ihrer Dienerin Shannera Schattenklaue Taten und Worte, bereitete sie den Boden, eine finstere Streitmacht des Jawas wider Alt-Zion marschieren zu lassen. Die Schatten spieen Legionen der Finsternis, angetreten, im schnellen Streiche Erfolg zu haben. Ihnen schlossen sich sodenn auch die vereinigten Heere der finsteren Götter an, ebenso wie Farlokuur und Shannera Schattenklaue höchstselbst. So entbrandte neuerlich Krieg um Zion. In der Stunde größter Not trat Eolil, Ataras eigen Sohn hervor, und zwang, nachdem er aus dem neugeschmiedeten Ylmanech, dem Sanaîterkelche, getrunken hatte, Kadir, des Jawas mächtigen Heerführer, zum Duell nach Nichtwelt. Drei Monde rangen sie, bis Eolil des Verheerers Hand niederwarf. Da aber zeigte sich die Perfidie des blinden Betrügers, denn ohne die Gabe der Unsterblichkeit hatte er Kadir entsandt, zu entblößen die Stadt von ihrem tapfersten Helden. Gefehlt hatte Kadir in vergangener Zeit und Fehl hatte zu keiner Zeit in des Verheerers Reihen einen Platz. Und so empfing Nacuatec, der Quell des Blutes, die Gabe der Unsterblichkeit und wurde an Kadirs statt zur rechten Hand des Jawas. Wie geplant abgelenkt durch den von Ilian in finsterer Durchtriebenheit geschürten Konfikt zwischen Valeron und Farlokuur, erfuhr Athos zu spät vom wahren Ziel hinter dem erneuten Sturm der Finsternis gegen die Mauern Zions. So war es dem Gott des Krieges nicht mehr möglich der Herrin der Nacht den Griff nach dem Horn der Welten zu verwehren, als sein Blick letztlich doch noch von den Landen der Omnia Nihila fort gen Zions Schlachtfelder wechselte. Zion aber brannte, denn des Lichtes Heer war, obwohl es nicht an Glauben mangelte, zu gering, die Hilfe in dieser schweren Stunde nicht ausreichend. So gelangte das Horn der Welten in die Hände der Herrin der Nacht Ilian und ihre Intrige hatte Erfolg. Atara aber ward nur wenig geschwächt durch den Vorstoß, denn nicht ins Mark ihrer Macht drang jener Schlag der vereinten Finsternis zu dieser Stunde. Da jedoch materialisierte Cogline von Zor auf der Strasse Alt-Zions, in seiner Begleitung einige Magier von Tralups Scharen. Er blickte sich um. Tausende von Dämonen, Teufeln, Untoten und andere Monströsitäten hatten die Handvoll Zauberer entdeckt und krochen langsam näher, im düstren Hintergrund sie übertürmend riesige Trolle und gar von teuflischer Glut umtoste Balrogs. Kurz umspielte ein bösartiges Lächeln die Mundwinkel des alten Weisen, als er des uralten Fluches in sich gedachte. Er würde ihn der Dunkelheit zu schmecken geben, die ihn gewirkt hatte. Mochte sie selbst fühlen, welch Macht des Dämonenkönigs Fluch hatte. Doch das gierige, todversprechende Vordringen der Kreaturen der Finsternis in ihre Richtung endete plötzlich. Scharen an Unaussprechlichkeiten verharrten, fast als wenn sie furchtsam herüberwitterten zu ihnen. Nein, zu ihm, Cogline. Nicht nur das, plötzlich begannen sie zu flüchten in Scharen und strömten in Horden in sich öffnende, fasrige Risse in der Nacht, Risse zwischen den Dimensionen. Mochte es die Todesgefahr oder die Gegenwart der uralten Heiligkeit Zions sein: kurz nur währte der Augenblick, da Cogline wispernde Stimmen aus jener fremdartigen Dimension hörte, welche die Avatare der Dunkelheit durchquerten, als sie Alt-Zion flohen. Ascalion, die Welt hinter den Welten, murmelte etwas in seinem Kopfe, die Welt, die man durchquert, doch nicht sieht, noch versteht. Es hatte nur wenige Sekunden gedauert und Alt-Zions silberstrahlend Wege und Strassen waren wie leergefegt von schwarzer Brut. Fast, denn nur 50 Schritte ihnen gegenüber standen Shannera Schattenklaue und drei Vampire uralten Geblütes mitten auf der nun von Schatten umwaberten Strasse. Er erkannte sie sofort und lächelte erneut. Es war einerlei, wer es tat..... Nur Sekunden später waren sie heran und Tralups Magier kämpfen wie nie zuvor in ihrem Leben. Allein, es war vergebens. Die junge Frau halbdaimonidischen Geblütes war flink herangenaht mit einer Axt in der einen und einem bösartig anmutenden Opferdolche mit gewellter Klinge in der anderen. Cogline sah ein letztes Mal hinauf, sah die endlosen Sterne, in deren Leere er nicht schweben wollte. Als sich der Opferdolch in sein Herz bohrte, setzte sein Denken aus. Schiere Dunkelheit brach wie ein schwarzer Strom aus dem zerberstend Leib des Zori hervor und überflutete die überraschte Shannera. Es drohte gleichsam, ihr das Fleisch vom Antlitz und vom Leibe zu reissen, als ein schimmernd Schatten sich aus ihrem Leibe löste und wie ein Schild die furchtbare Macht des Fluches von ihrer beider Leib abhielt. Gwaynir Centauri, Prinz Ilians, Schattenfürst und einziger seiner Art, absorbierte genug von der Shannera nur am Rande treffend Macht des Höllenfluches, dass sie überleben würde. Doch des Gwaynir Centauri Aura war nicht mehr schwarz, als er zurückwich und in der Shannera Leib erneut Zuflucht suchte. Vollkommen durchpestet vom Feuer der Hölle, wich seine Aura schwefelglutgelb zurück in den bewusstlos Leib der jungen Frau. Dunkelheit hatte das Land um Alt-Zion nun überspült wie eine dunkle Flut, denn die Hölle hatte sich aufgetan und Rorqual erbebte. Weise, Visionäre und Propheten zu Rorqual teilten ein einzig Schicksal: überschäumend Wahnsinn. Wahnsinn der ausbrach, in jenem Augenblicke, da der Shannera Dolch sich in das Herz des Weisen namens Cogline senkte. Finsterste Macht erschütterte das Weltengefüge in unwirschem Grollen, als der mächtige Fluch, mit welchem Cogline schwanger ging, sich in den Boden des heiligen Zion grub. Und so ward mit Bösem erfüllt, was immer Rein gewesen war. Die Welt erzitterte, als der Lebensgöttin Fluch brach, welcher Äonen wirksam gewesen und Urböses in den Tiefen der Unterwelt eingesperrt hatte. Demnogonis wandelte wieder und zu Alt-Zion hatte er den Grund Rorquals betreten. Die Stadt jedoch brannte und die Aura des Höllenkönigs umfing sie in finsterstem Fluche. Geöffnet waren die Schlünde des Abgrundes und errichtet auf den Aschemauern Zions Gehenna, die ewige Stadt des Herrn der Verderbnis. Ataras Herz aber verkrampfte sich durch diese erzfinstere Wunde, denn all ihre Hoffnung und Kraft ruhten in Zion. Und so lag sie darnieder düstere Monde, rang mit dem Gifte erlittenen Makels. Als ihr Leib allmählich wieder gestärkt, erfüllte nunmehr das Feuer der Rache ihren Geist und in ihrem Grimm und Zorn sprach sie den Schwur, alle Pein und Not zu vergelten und sie brach mit dem Licht und der Ordnung. Untertan wurden ihr seit diesem Tage die roten Drachen und von nun an ward sie nur noch Atara, die Göttin der Rache und Herrin des wutbrennend Feuers genannt. Beruhend auf Aufzeichnungen des Ofor, eternern Sklave Torgons.Aus den Annalen des Naer Hethirus, Primas im Orakel des Nebels zu Ashakyan (hochblättern) | |
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DIE RÖSSER DER APOKALYPSE Sturmrabe und Sonnenwind Am Anfang war das Wort, so sagt man. Doch das ist unwahr. Vor jedem Wort steht der Gedanke, den es, einem grobgeschlachten Schatten gleich, nachzuformen versucht. Und wenn ein Wort nicht ausreicht, den Gedanken zu beschreiben, dann werden derer viele, dann scharen sie sich zu Geschichten. Die größten und ältesten Gedanken aber, so grundlegend wie die Welt selbst, die erwirkten Worte, welche nicht minder bestimmend werden sollten für die Welten. Es waren derer Dreie und man nannte sie die Drei Großen Prophezeiungen. Jede für sich war so gewaltig, so erfüllt von einer Spielart der Existenz, daß sie mehr waren als nur Worte. Sie waren wie gesponnener Wille. Sie waren Zauber, ringend miteinander um die Gestalt der Welt. Dieses Ringen jedoch, der Kampf der zu fechten war um das Schicksal der Welt, er beinhaltete Personen - Prophezeite, könnte man sagen - die die Alten Worte mit Sinn und Leben füllten. Im letzten Gefecht aus Licht und Dunkel würden sie gerufen werden, als Symbole und als Foki, die unvereinbaren Mächte gegeneinander zu treiben. Zwei Auserwählte würden es sein, einer herabsteigend von den Toren des Elysiums, einer sich hinaufstemmend aus dem Schlünden der Höllen. Das letzte Zeichen ihrer Marschallsschaft zum Jüngsten der Gerichte würden zwei Rösser sein, unsterblich, geboren nur für diesen einen Zweck. Ihre Namen waren Sturmrabe und Sonnenwind, Könige unter den Pferden und zugleich ungleiche Geschwister. Zueigen ist beiden Rössern der Apokalypse, ihre Besitzer zu überleben, bis der Jüngste Tag nahe. So hört denn ihre Geschichte, aufgeschrieben in den nebelverborgenen Scriptorien des Orakels von Ashakyan, denn ihr Schicksal mag auch mit dem Euren verknüpft sein. ...Lange Zeit bevor die Chaosmutter ihren Sohn Dantur erschuf, geschah es, daß die drei Alten die Jüngeren Götter zu sich riefen, um gemeinsam zu beratschlagen. Denn jeder der Jüngeren hatte die Schöpfung der Älteren geschaut und bewundert und jeder wünschte einen Teil zu seinem Eigen. Schon wurde laut gesprochen und gescholten als der Dunkle Alte sich erhob und das Wort an sich nahm. Darob er aber reden wollte, bahnte sich Zauberwerk von machtvoller Art seinen Weg, unbemerkt und ungewollt. Niemand vermochte zu erkennen, woher es kam, groß und gewaltig in seiner Kraft, prägend das Schicksal in seiner Gesamtheit, wahrgedeutet und mißverstanden. Aber immer erst erkannt, wenn seiner Worte Wahrhaftigkeit zuteil wurden. Und aus Zathuurs Mund erklang wie vom Urgrunde der Zeit die erste der Prophezeiungen: "...in den Tagen der letztigen Schlacht jedoch solle ein Heerführer der finsteren Götter hervortreten und das schmerzliche Joch der Herrschaft über die anderen werfen. Seine Feinde sollen ihn fürchten und erzittern, denn er wird sie zu Staube zertreten. Gebieten wird er über Sturmrabe, seines Willens Werkzeug. Und er wird einläuten des Lichtes Untergang..." Schweigen war im Kreis der Götter, eingedenk der Schwere der offenbarten Prophezeiung, denn noch war kein Streit zwischen ihnen. Jeder aber nahm die Ernsthaftigkeit des Wortorakels wahr, und Zathuur sprach: "..Ich bin die erste Prophezeiung, der Sieg der Finsternis..." Als die finsteren Götter dies hörten, frohlockten sie, und zogen aus, durch alle Zeiten und Orte zu suchen jenen Einen, welcher einst ihr Heerführer sein sollte. L'Arin aber vernahm aus eigenem Munde die zweite der Prophezeiungen: "...Wenn sich die Tage dem Ende neigen, wird einer erscheinen, ein Hochkönig oder Königin des Lichtes. Einigen wird er all die Völker des Himmels mit seiner eigenen Kraft. Und triumphieren über der Finsternis verdorbene Scharen. Bedienen aber wird er sich der Macht des Sonnenwind. Und letztlich wird die Dunkelheit vergehen im strahlenden Lichte, denn ich bin die zweite Prophezeiung, der Sieg des Lichtes..." Die Götter des Lichts vernahmen dies und jubelten, und sie zogen aus in alle Lande, jenen Würdigen zu finden, von dem die Zauberworte sprachen. Nera aber wartete, bis sie allein ward und flüsterte die Worte der dritten der Prophezeiungen, doch keines anderen Ohr vernahm ihre machtvolle Stimme. So waren die Großen Prophezeiungen gesprochen und doch nicht erfüllt, bis die Zeit ihren Wert unter Beweis stellten. Zathuur und L'Arin jedoch erforschten ein jeder für sich die Schöpfung vergebens nach den Dingen, welche Sturmrabe und Sonnenwind geheißen. Nirgends fanden sich jene Mächte, welche die Prophezeiungen nannten. Endlich gelangten sie an einen Ort, welchen sie zuvor noch ungeschaut. Rollende Ebenen und weite, einsame Hochländer erblickten ihre Augen. Doch war er grau und ungeprägt, wie der ungeordnete Beginn der Schöpfung und so war er seit seinem Bestehen dem Untergang geweiht. Als sie aber dort aufeinander trafen, da ward Streit und im Ringen der Beiden verging dieses Land. Ein Wesen jedoch, eines von unzähligen vielen, aber edel wie ein König, überlebte ihren Kampf. Verwundert schauten sie hernieder, von welcher Art dieses wohl sei. Stolz hob es den Blick zu den beiden Alten, keine Furcht war in ihm. Vierbeinig wie ein Tier, doch wache Augen von Verstand erblickten sie. Und eine Mähne von Gold, bis hinab zum Boden, zierte es, während die Läufe stark und kräftig waren. Das samtene Fell aber ward gescheckt von besonderer Art, schimmernd wie der Glanz von Muschelschalen, schwarz und weiß zugleich. Die Blesse war aus reiner Magie, gewunden und gestreckt zugleich, hervortretend wie ein Horn und ebenso gülden wie der Schweif und die Mähne. Doch war es wund vom Streite der beiden Alten und sie beschlossen, jenes Wesen ob seines Mutes zu erretten, welches Los sich immer daraus auch ergebe. Sie brachten es nach Rorqual ins Zentrum aller Magie. Dort suchten sie nach einem Meister der Heilkunst und entdeckten ihn schließlich in einer jungen Stadt der Sterblichen. Elea aus dem Königshause derer zu Thorgardh, war berühmt für ihr Wissen um vielerlei Heilung und so vertrauten sie das Wesen ihr an, damit sie sich um es sorge. Die jugendliche Elbin pflegte es und gab ihm den Namen Falbmähne, doch jede Kunst war vergebens. Die Wunde schloß sich nicht, und Monate vergeblicher Hoffnung zogen ins Land. So verabschiedete sich Elea von ihrem Volk und brach auf, gemeinsam mit Falbmähne die Quelle der Magie zu suchen, denn hier erhoffte sie sich endlich Heilung für das Ross. Lang war die Suche und vermag sicherlich etliche Schriften zu füllen, doch am Ende gelangten beide wohlbehalten an ihr Ziel. An der Quelle aller Magie labte sich Falbmähne, und gebar zwei Füllen, eines schwarz und eines weiß. Und die glückliche Elbin nannte das schwarze Sturmrabe und das weiße Sonnenwind. Alle getrunkene Kraft der Quelle aber ging auf die beiden Füllen über und als es erkannte, daß es Kinder hatte und sein Geschlecht leben würde, verging es in Frieden und dankte Elea für die Tat. Lange Zeit trauerte Elea um Falbmähne, und keinen Trost sah sie in der Welt. Da bemerkte Rea, die Mutter allen Lebens, sie und sie sprach ihr in der kühlen Dämmerung des Abends Worte des Trostes. Ihre Tränen trocknend gab sie Elea wieder Hoffnung und Zuversicht und geleitete sie zurück in ihr Heim nach Thorgardh. Die beiden Füllen aber brachte sie vor die beiden Alten. Als Zathuur und L'Arin hörten was geschah, erkannten sie den Sinn der Prophezeiung. Ein jeder nahm das ihnen prophezeite Ross mit sich, um es aufzuziehen und es mit Kraft zu stärken für seine Aufgabe. In Gedenken an die tote Stute Falbmähne jedoch erfüllte sie großer Willen und sie schufen die Pferde Rorquals, mal weiß wie Schimmel, mal schwarz wie Nachtmahre. Und sie gaben ihnen die saftigen Weiden des Landes zur Heimstatt. Die beiden Rösser der Apokalypse, Sturmrabe und Sonnenwind, jedoch wurden aufgenommen unter den Göttern, behütet wie eigen Kinder. Als dies alles vollbracht ward, endete das Äon der Jüngeren Götter und Zathuur und L'Arin verließen Rorqual, um sich die Welt Shirasei zu ersinnen, denn noch nicht ausgefochten war ihr Zwist. Sie ahnten nicht die Gefahr, welche sich anbahnte für die Welt der roten Wasser, denn Nera sollte bald die Quelle der Magie schänden und deren Macht nutzen, sich ihren Sohn Dantur zu erschaffen. Und obwohl Nera mit dieser Tat ihren Mörder erschuf, war keine Prophezeiung mächtiger in der Zeit, da Dante vom Blute der eigenen Mutter getrunken hatte, denn die dritte. Als aber die Jüngeren Götter sahen, welch Greuel und Zerstörung ein Unsterblicher anzurichten vermochte, und sie Nera erschlagen sahen, Berge sich auftürmen und Kontinente in den nachfließenden Fluten zerbrachen durch ihren Fall, da traten sie zusammen. Sie betteten Neras Leib unter neun Siegeln, verschlossen für die Ewigkeit auf der östlichsten der drei Schollen des zerbrochenen Gnor, damit nicht Unrast und Weltenzorn sie packe. Und ein Rat ward gebildet, der Rat der Götter, und beschlossen ein Friede, damit ihrer aller Hände Schöpfung nicht weiterhin leide unter der Gewalt ihrer Einmischung. Gar die beiden Alten erschienen aus Shirasei, aber Dantur, der Muttermörder blieb dem Rate fern. Und die Götter bestallten würdige und mächtige Heerführer und Ratgeber zu ihren Avataren, ihre Streitigkeiten zu schlichten. Rea aber erinnerte sich der Tat Eleas, und sie trat nach Thorgardh und ernannte den Ort zu ihrem Heiligtum. Elea jedoch, die Tochter der Erde Thorgardhs, rief sie zu sich an ihre Seite, einer Tochter gleich. Als es aber Zeit ward, da entsann sich der Rat der Götter der großen Prophezeiungen, und sie erkannten, daß der Friede nicht ewig währen würde. Niemand aber wußte zu sagen, wann die Prophezeiungen sich erfüllen würden, und so beschlossen sie, die beiden Rösser Sturmrabe und Sonnenwind über alle Zeitalter hinweg immer wieder einmal in die Hände der Sterblichen zu geben, auf daß sich die Würdigen erweisen mögen, wenn die Zeit komme. Über die Bedeutung der Rösser aber legten sie einen Schleier, bisweilen in Orakelsprüchen verhehlt, bisweilen gar gänzlich verschwiegen. Und so wanderten sie durch die Hände vieler Herren, angezogen allein von den Fäden, welche das Schicksal webt, doch nie erwies sich einer den Prophezeiungen als würdig. Wo der finstere Mordos versuchte, das Land der Drachen zu unterwerfen, ward Sturmrabe seine Habe. Wo die ungleichen Kriegsfürsten der Phriloks miteinander um die Heiligkeit Sanaas rangen, Kadir über Menoc triumphierte, waren Sturmrabe und Sonnenwind die Begleiter. Wo die Lichtkaiser Kantharas wider die Neungehörnten Moguln des Dämonenreiches Veretigra ausbluteten, wurde Sturmrabe in die Schlacht geführt. Wo der letzte der großen Hochinquisitoren des L'Arin, Kelim Wahrfinder, sein Leben in die Waagschale der Schlacht wider des Malech Heer warf und dennoch nicht hindern konnte, daß Imperial mit ihm versank, ward er getragen von Sonnenwind. Zu keiner Zeit aber ward einer erwählt von den Prophezeiungen, eines der Rösser der Apokalypse zu erwecken, und ungewogen bleibt daher ihr Wert durch alle Äonen... Im Jahre 1014 nach der Vernichtung Imperials aber geschah es, daß ein Sterblicher namens Kedmin Ra, der Fürst der Stürme und Meister des hovecanschen Drachenschildes Chrestoyal, die Macht des unsterblichen schwarzes Rosses Sturmrabe entfesselte. Wer mag beurteilen ob Verzweiflung der Ratgeber Kedmin Ras war, als er Mächte anrief, welche Ihn, der zum Kampf gegen das in Finsternis wiedererstandene Imperium Malechs angetreten war, zum Heerführer der Finsternis bestallten. Die dunkle Macht des schwarzen Rosses steht einem finsteren Heerführer zu gebote und nicht einmal die Weisesten vermögen zu erkennen, ob nun die Zeit der Apokalypse anzubrechen beginnt. Aus den Annalen des Naer Hethirus,Primas im Orakel des Nebels zu Ashakyan (hochblättern) | |
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Siehe, der Sterblichen größte Schwäche ist das Vergessen, die schwärende Ignoranz dessen, was geschehen ist und wieder geschehen mag. Denn jener, welcher nicht aus der Geschichte zu lernen versteht, ist dazu verflucht, sie zu wiederholen. So war es und so wird es immer sein. Wem die Lehre, die aus dem grausigen Tode Coglines und der dadurch ermöglichten Schändung Zions herrührt, nicht einleuchtet, der erinnere sich des nun folgenden Schicksals. In beiden liegt die selbe Erkenntnis verborgen: Finsteres labt sich an Finsterem. Böses wird Böses niemals tilgen. DIE LEGENDE VON KEDMIN DRACHENSCHINDERIn den ungestümen Jahren, da die Alten nach Rorqual zurückgekehrt waren und Lejla beliebte, Imperial erneut aus den roten Fluten zu erheben, da bewandelte ein Sterblicher des mythagesischen Hauses Arcanit die Welt, ein Drakon, der den Namen Kedmin Ra trug. Er war ein Mann von großem Eifer und beachtlichem Mut, ein Diener der Drachenmutter, der den Weg des Fanatismus gewählt hatte, um seinen Glauben zu erweisen. "Lejla treu, bis über den Tod hinaus!" erscholl sein Leitspruch auf vielen Schlachtfeldern und wenig kannte er, dass ihn schreckte. So kam es, dass sein Pfad allzeit eine Wanderung am Grate zwischen Hingabe und Hass darstellte, ein gefahrvolles Spiel zwischen Licht und Dunkel. Der Ehrgeiz trieb ihn, Macht für seine Ziele zu ergreifen. Die Furchtlosigkeit liess ihn Grenze um Grenze suchen. Ob Meuchelmord oder offene Schlacht, es war ihm gleich, wenn es nur ihm und seiner Herrin zu nutzen schien. Schimpf hatte er dafür erhalten, Belehrungen auch. Gefährten hatten sich abgewandt oder weigerten sich seinen Pfad offen zu unterstützen. Alte und neue Feinde trachteten danach, sich jedwedes Straucheln zunutze zu machen. Doch er gab nicht auf. Wo andere innegehalten hätten oder verzweifelt wären, da härtete er seine Seele ab, kämpfte sich durch Bitternis und Groll weiter voran. Und je mehr er Seinesgleichen abschreckte, umso schütterer der Kreis seiner Befürworter wurde, desto fester ballte sich sein Willen um den Kern seines kriegerischen Stolzes. Er hungerte nach Wegen, die Ketten der Erniedrigung zu sprengen und grausame Vergeltung an Peinigern und Spöttern zu verüben. Jedes übel, das ihm angetan wurde, liessen Verachtung und Zorn innerlich wuchern, und alles Gute, das ihm trotzallem zufiel, zerstreute nur seine Zweifel, den Pfad der unbedingten Härte nicht unerbittlich fortzuführen. Vieles trug sich zu, Streitigkeiten zwischen der Drachenmutter und dem Dunklen Alten, Zwist auf Mythagon im Kleinen wie im Grossen. Und stets versuchte Kedmin Ra, den Anliegen Lejlas seine Stimme und sein Schwert zu entleihen. Das Wechselspiel zwischen Lord Traxxar, dem Verräter an Lejla, der Rasse der Drakons und letztlich auch an der Finsternis selbst, und dem Haus Arcanit wäre eine eigene Legende wert. Quintessenz ist jedoch, dass Kedmin Ra, als die Sturmherrin schliesslich ihren Wunsch verkündete, auf einem von tosenden Wassermassen umgebenen Eilande im Meer zwischen Imperial und Mythagon um des legendären Drachenschildes Chrestoyal willen angerufen zu werden, nicht lange zögerte. Er wusste, dass es Krieg mit dem Schwarzen Reich zu Imperial bedeutete, sich mit Gewalt Zutritt zu deren kolonialer Besitzung zu verschaffen, doch auch die Drohung imperialer Rache schreckte ihn nicht. Nie liess er einen Zweifel daran, dem Ruf Lejlas zur Insel der Verlorenen Folge zu leisten und sei es um den Preis seine Heimat brennen zu sehen. Seine Soldaten wurden ausgesandt, den Zutritt auf die Insel der Verlorenen zu erzwingen, während sein entblösstes Heimatland fiel. Das Eiland wurde genommen und Kedmin Ra rief an der Seite der Gesandten der Drachenvölker Lejla an. Der Kreis der Ereignisse um Imperial, der durch das Schwarze Reich in Finsternis gefallenen Ewigen Stadt Lejlas, begann sich am Ende zu schliessen. Johannes und Tharoman hatten die Wagemutigen, welche im Vorhof des Elysiums das Schwert L'Arins Donner für das Licht wiedererringen konnten, durch Feuermagie gen Imperial gerettet. Ein Feldzug wie zum jüngsten Gerichte, um Alles oder Nichts, ward ausgerufen und die halbe Welt marschierte - Götter, Avatare und Sterbliche. Kedmin Ra derweil, welcher seine Befähigung zum Kampfe erwiesen hatte, ward - nach der Drachengöttin Wahl - der Drachenschild gereicht, in diesem Kriege als ihr Sturmesfürst zu dienen. Und wie er nun endlich seinem übermächtigen Gegner, den Gefolgsleuten des Malechsthrons gegenübertrat, dies gar im offenbarten Willen seiner Göttin, da brachen in ihm die letzten Siegel. Während die Sterblichen und Unsterblichen um ihn herum Scharmützel des Stahles und der Seelen auszutragen begannen, sank Kedmin Ra in die tosende Stille seiner inneren Welt, einsam wie ein Schiffbrüchiger in einer schwellenden See aus Wut und Zerstörung. Als ihm der Drachenschild Chrestoyal sowie das dunkle Ross Sturmrabe zu eigen gemacht waren, breiteten sich Erlösung und Verhängnis zu gleichen Teilen vor ihm aus. Und siehe, er handelte. In der Stunde, da die Aussichten auf Erfolg am geringsten waren - lähmende Verzweiflung und stolzbrennender Todesmut rangen in den Herzen der Bestürmer Imperials miteinander -, entfesselte der neue Sturmesfürst den Zauber des Chrestoyals. Ehrfurchtgebietend wären alleine diese Kräfte gewesen; wenn auch nicht unfehlbarer Garant für einen Sieg, so doch würdig eines grossen Kampfes. Allein, er wollte den Sieg mehr als alles andere. Hass wider seine Feinde, die Lust am Zerstören und der ehrgeizige Wille zu beherrschen, er schrie sie hinaus in die schicksalhaft entfesselten Gottesmächte, forderte die Macht über die Drachen, lebende wie auch tote. Und siehe, Zathuur hörte es und die Düsternis in Kedmin Ras Rede, die Forderung nach Macht über den Tod gar, öffnete ihm die Tür. Er langte nach des Drakons Seele, das Finstere in ihm wie eine überreife Frucht zu ernten. Und wie der Dunkle Alte ihm die Seele entrissen hatte und in ihn gefahren war, ihm Macht über die Untoten Drachen gewährte und zum Heerführer der Finsternis erhob, da ward die Macht Sturmrabes entfesselt, des ewigen Rosses, das Kedmin Ra bestiegen hatte, um es für seine Sache in die Schlacht zu führen. Als Heerführer der Finsternis thronte Kedmin Ra von Stunde an über den Armeen von Freund und Feind. Die toten Drachen, die er zur Vernichtung Imperials zu rufen erhoffte, standen als beinerne Schemen an seiner Seite. Der Drachenmutter Verlust erschien schier grenzenlos: Ihr Auserwählter war ins Dunkel gefallen, Chrestoyal und die Macht über die Drachen mit ihm entglitten. Enayak und die Güldenen, gekommen, sich dem Wüten der Schlacht zu stellen, standen bis auf ihre sterblichen Getreuen verlassen da. Selbst die Untoten Wyrme, schlummernd im verfluchten Boden seit der Vernichtung von Malechs erstem Reiche, waren entfesselt und das finstere Ross, als übelstes zuletzt, war angesport, den Sieg für die Mächte der Nacht einzufordern. Schlimm stand es, doch das Böse wäre nicht das Böse, wüsste es nicht um die Leidenschaft, selbst die tiefste Verzweiflung zu schwärzester Höllenpein zu steigern. Gwynion, der Verbannte, war es, der die ungehorsame Crai L'Arintöter vor den prachtvollen Mauern Grosz-Fionirs unterwarf, um die Standarte der Finsternis wie auch das Wohlwollen Zathuurs für sich selbst zurückzuerobern. Sein Tribut an seinen alten und neuen Meister war es, dem bereits gefallenen Kedmin Ra das Hochartefakt des Bösen zu reichen, auf dass er zuletzt gar das Spiel der Götter gewann. Macht ballte sich sofortigst um Kedmin Ra, den Auserwählten der Immerwährenden Nacht, Macht in einer Fülle und Grausamkeit, wie er sie sich niemals auch nur im schrecklichsten Traume zu ersinnen getraut hätte, und das Mal der Unsterblichkeit erhob sein verfluchtes Fleisch in das Schicksal eines düsteren Halbgottes. Und wie dies geschehen war, da rannen elffache Urgewalten durch den Drachenschild in seiner Hand, vervielfachten seine Kraft weit über die Grenze jeden Widerstandes hinaus. Der Chrestoyal, einst geschaffen, die Drachen zu rufen und ihnen als Bannerschild in die Schlacht vorauszueilen, war, durch pures Höllengestürm entweiht und schauerlich verstärkt, zu einer Geissel geworden, die Drachen in vollkommene Knechtschaft zu pressen. Ein einziges Wort der Dominanz genügte, den Willen des Uralten Enayak und seiner Güldenen zu zertrümmern. Und so nannte man den Sturmesfürsten fortan, wie er es unwillentlich erwirkt hatte: Kedmin Drachenschinder. Wie anders - so lehrt der zurückgekehrte Lorddämon Gwynion die Welt - kann man jemanden peinigen, der schon alles verloren hat, als dass man ihm etwas zerbrochen zurückgibt? Die Drachen werden erneut über Imperial kreisen, doch werden es die ätherschwingen Zathuurs sein, die ihnen Herr und Meister sind. Und wenn nun Kedmin Drachenschinder an der Spitze der fliegenden Armada als Triumphator und vielleicht als neuer Gottgesandter in Malechs Imperial einmarschiert, dann wird ein jeder für sich die Frage beantworten müssen, ob sein Leben vergeudet war oder nicht, ob er siegte oder verlor in einem Masse, wie sie sich niemand vorherzusehen getraut hatte. Eines nur ist gewiss und soll Euch begleiten unter das Joch der Ewigen Nacht: Wenn sich dereinst in vielen Jahrhunderten jemand an diese Tage und die Namen jener Sterblichen zurückerinnert, die hier lebten, liebten und litten, dann wegen ihm, der vor den Schwarzen Toren Imperials seinem Schicksal begegnete und den Pfad des vollkommenen Hasses erwählte. So spricht das Orakel der Nebel zu Ashakyan,Und zieht sich für die kommenden Zeiten in Demut zurück (hochblättern) |